
Angetrieben durch meinen Frustpost habe ich diesen kurzen Artikel “Wieviel darf ich als Webdesigner verlangen?” geschrieben, um nur mal ein paar kurze Denkanstöße richtung Nachwuchsdesigner und Auftraggeber zu geben. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Fernstudium Informatik und München Webdesign.
Was für Fähigkeiten habe ich?
Gehen wir mal von einem normalen Webdesigner aus, der etwas xHTML und CSS beherrscht, seine Stärken aber im grafischen Bereich liegen. Er hat ein flottes Händchen mit Photoshop und den anderen gängigen Programmen in der Branche, verfügt über etwas Erfahrung, kennt sich mit Farbgebung, Layoutgestaltung und ein bisschen mit Typographie aus und entwirft in seiner Freizeit auch mal das ein oder andere Logo. Klar, die Preisbesprechung mit Kunden ist immer ein heikles Thema… veranschlage ich zuviel, bekomme ich eine Abfuhr; veranschlage ich zuwenig arbeite ich für einen viel zu geringen Stundenlohn. Es gilt also die Mitte zu finden.
Die Tätigkeit eines Designers ist sehr kreativ und die Layouts werden für gewöhnlich nicht in Akkordarbeit hingeklatscht (Ausnahmen bestätigen die Regel), daher muss ein freiberuflicher Designer auch etwas mehr veranschlagen als ein Kollege mit Festanstellung. Die Preise fangen bei geschätzten 50 Euro an und enden bei 150 Euro (Brutto). Wie schauts jetzt aber für die Hobbygrafiker unter uns aus? Ich würde sagen, dass 20 Euro die Stunde das unterste Niveau für euch sein sollte. Mit Dumpinglöhnen werdet ihr auf Dauer nicht glücklich. Lieber klein mit kleinen Projekten und kleineren Preisen anfangen und dann nach und nach hocharbeiten. Dann kann man später auch mehr verlangen und durchaus in den Bereich eines professionellen Designers kommen. Es kommt immer drauf an wie ihr euch verkaufen könnt. Wenn ihr Topfirmen zu euren Referenzen zählen könnt, könnt ihr natürlich viel mehr verlangen, als wenn ihr für irgendwelche Kinder-Clans oder 0815-Projekte ein Design erstellt.
Die Auftraggeber müssen natürlich Entscheiden ob, sie ihr Projekt in die erfahrenen Hände eines Freelance-Designer legen, oder an einen Hobbydesigner (der nicht unbedingt schlechter sein muss) abgeben. Doch eins sollte man dabei immer bedenken: derjenige der von seiner Arbeit lebt, hat auch viel zu Verlieren. Er wird sicherlich kein Geld unterschlagen und euch kein verbuggtes Layout abliefern.

16 Jun 08 08:02
Also ich habe viele gute Erfahrungen mit Hobby Designern gemacht. Die Besten sind für gewöhnlich die, die hauptberuflich Angestellte Grafiker sind, sich aber dennoch etwas dazu verdienen möchten.
Wegen den Preisen, ein kleiner Tipp vom Experten: Feilschen! Fast alle Kunden lassen sich dazu überreden zu feilschen, das ist eure Chance um den Preis für eure Dienstleistung nochmal zu verbessern. Klingt wie im Mittelalter auf dem Basar, funktioniert aber mit leichtigkeit auch heute noch.
16 Jun 08 09:00
Äpfel und Birnen
Die Webfirma X berechnet für die Erstellung einer Internetseite (beispielsweise) € 40,- Stundenlohn, wohingegen die Firma Y für die gleiche Arbeit € 62,50 in Rechnung stellt. Da geht man doch gleich zum Billigeren und spart sich pro Stunde glatte € 22,50. Nicht ganz.
Firma Y benötigt nur eine Stunde für die Arbeit, die Firma X in 2 Stunden abliefert. Der Kunde sieht den zunächst günstigeren Preis und vergisst oftmals den Multiplikator. Ohne pauschalieren zu wollen, wissen aber manche Webmaster ganz genau, warum sie keinen höheren Stundensatz verlangen dürfen.
Die Qualität einer Internetseite erkennt man meist schon am ersten Erscheinungsbild und der Gesamtdarstellung; also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
lG
Lutz
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Komplett unter: http://www.webbstar.de/2008/03/11/schmunzelecke-mit-biss/
16 Jun 08 10:26
Ich bin der Meinung, dass 20€/std. viel zu hoch für einen Hobbydesigner ohne Abschluss sind. Ein qualifizierter Designer arbeite für einen Stundenlohn von 25-60€. Dafür hat er bis zu 6 Jahre studiert und kennt sich bestens aus mit dem Thema.
Da finde ich einem autodidaktischen Designer steht es nicht zu über 12-15€ die stunde zu gehen.
LG
Kalle
16 Jun 08 11:45
Hey Kalle!
Du musst aber auch noch einberechnen, dass der freiberufliche Designer Steuern zahlen muss… und das sind eine ganze Menge. Wenn er für 25 Euro die Stunde arbeitet, hat er am ende 10 Euro Stundenlohn. Und als Selbständiger kannst du davon nicht leben.
Es gibt solche und solche Leute. Einige Hobbydesigner sind sogar besser als manch Studierte, von daher finde ich höhere Preise absolut gerechtfertigt.
LG
Jan
16 Jun 08 13:53
Ich bin selber seit mehreren Jahren selbstständig und arbeite mit freiberuflichen Webdesignern zusammen. Sowohl bei meiner eigenen Arbeit als auch bei der Arbeit mit Partnern achte ich als allererstes auf Qualität. Der Preis kommt erst danach. Was bringt es mir mit billigen aber schlechten Designern zusammen zu arbeiten, wenn das Ergebnis dementsprechend ist? Schließlich leidet als erstes mein persönlicher Ruf darunter und Empfehlungen sind das Wichtigste, wenn man als Selbstständiger tätig ist.
Gute Qualität muss auch nicht unbedingt teuer sein. Ein optimaler Mix zwischen Preis und Leistung ist stets eine gute Wahl. Und letzten Endes hängt es natürlich auch davon ab, was der Endkunde haben möchte und was er bereit ist, zu zahlen…
17 Jun 08 07:09
@Kalle
Wieso nimmst du dir bitte raus zu denken du seist besser nur weil du studiert hast? Ich möchte im Gegenteil behaupten, dass ein autodidaktischer “Hobbydesigner” mit Talent jeden Studentan überflügeln KANN. Ganz einfach weil er es nicht lernt weil es sein “Job” ist, sondern weil er es liebt!
Ich finde es erbärmlich, dass viele in unserer Gesellschaft denken Geld dürfte man erst verlangen wenn man nach Möglichkeit eine 99 jährige Ausbildung genossen hat!!!
18 Jun 08 02:20
also ersten habe ich weder studiert, noch habe ich sonst eine qualifikation in diesem bereich. als kleinunternehmer habe ich eben den vorteil, dass ich eben kaum steuern zahlen muss, sofern ich den freibetrag nicht überschreite. bei 24.500€ im jahr für einen Hobbydesigner doch sehr utopisch. Ebenso gibt es studierte Freiberufler (mit dem Titel freiberufler darf man sich übrigens nur mit quilifikation, sei es ausbildung oder studium, schmücken, das nur mal am rande). Müssen die keine Steuern bezahlen??
Ein weiterer Vorteil am freien Markt ist, dass man sich “seinen” Designer aussuchen kann, damit fällt schon mal raus, dass man zu viel geld für schlechte arbeit bezahlt, das lässt sich meist schon an den referenzen erkennen. Klar gibt es Studenten, die schlechter sind als mancher Hobbydesigner, doch wie gesagt, der Kunde kann sich den designer seiner wahl suchen.
Ich zum beispiel will in die richtung studieren, eben weil es mir spaß macht und weil ich dann richtig durchstarten kann. aber andererseits ist es auch unfähr gegenüber jenen, die 6 jahre lang studiert haben.
Ich sag ja nicht, dass keiner mehr verlangen DARF, wers schafft mehr stundenlohn durchzuboxen, freut mich, aber ich finde einen stundenlohn unter 20€ doch zutreffender.
18 Jun 08 13:17
Naja also 20€ Brutto kannst fast bei Saturn arbeiten… als Kleinunternehmer ist die Welt halt noch in Ordnung :-D. Sobald dann der Staat dir (als Freiberufler) 35-55% abzieht und du an Versicherungen uvm. nochmal ca. 10-20% draufzahlst… viel Spaß mit dem Rest von deinen 20€! Schöne 20qm Wohnung ohne Warmwasser und gegessen wird in der Suppenstube wo sich auch die Penner das Essen holen.